Landschaftspflegemanagement Landkreis Konstanz
Auswirkungen der Kürzungen
Im Auftrag des Landschaftserhaltungsverbands Landkreis Konstanz und des Regierungspräsidiums Freiburg koordinieren wir gemeinsam mit über 80 Landwirten, Landschaftspflegeunternehmen und weiteren Auftragnehmern jährlich weit über 300 Maßnahmen des Biotop- und Artenschutzes im Landkreis Konstanz. Seit Monaten standen Mittelkürzungen im Raum, ohne dass belastbare Informationen über deren tatsächliches Ausmaß vorlagen. Dadurch waren wir gezwungen, immer neue Streichlisten zu erstellen, Maßnahmen neu zu priorisieren und die Kürzungen den betroffenen Landwirten und Landschaftspflegeunternehmen zu vermitteln. Mit dem letztlich eingetretenen Ausmaß der Kürzungen hat jedoch niemand gerechnet. Statt Biotop- und Artenschutz zu organisieren, verwalten wir seit Monaten den Mangel.
Besonders gravierend empfinden wir die mangelnde Transparenz. Seit Monaten versuchen wir, die Landschaftspflege im Landkreis unter immer schwierigeren Rahmenbedingungen zu organisieren. Gleichzeitig gibt es weder eine professionelle Kommunikation über die Ursachen der Mittelkrise noch eine verlässliche Perspektive für die kommenden Jahre. So sind weder unsere Arbeit als Planungsbüro noch das unternehmerische Handeln der von uns beauftragten Landwirte und Landschaftspflegeunternehmen verlässlich planbar. Die unmittelbare Folge sind Auftragsausfälle, ausbleibende Investitionen und der Abbau von Arbeitsplätzen – sowohl bei uns als auch bei den ausführenden Betrieben.
Besonders enttäuscht uns, dass die Folgen einer aus unserer Sicht unseriösen Mittelplanung und des politischen wie administrativen Missmanagements nicht von den Verantwortlichen getragen werden, sondern von denjenigen, die den Biotop- und Artenschutz vor Ort ermöglichen. Wir müssen Maßnahmen streichen und langjährigen Partnern absagen, obwohl diese ihre Betriebe über Jahre auf die besonderen Anforderungen der Landschaftspflege ausgerichtet und erhebliche Investitionen getätigt haben. So werden über Jahrzehnte aufgebaute Landschaftspflegestrukturen geschwächt, in die erhebliche öffentliche Mittel investiert wurden. Gerade angesichts der sich verschärfenden Biodiversitätskrise ist es ein verheerendes Signal, ausgerechnet die Strukturen zu gefährden, die erfolgreichen Biotop- und Artenschutz überhaupt erst ermöglichen.
